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Kosovo:

Der Sommer der Hochzeiten

In den Ferien besuchen Kosovaren, die in der Eu leben und arbeiten, die alte Heimat. Dann werden alle Familienfeste des Jahres innerhalb weniger Wochen nachgeholt. Die gespaltene Situation des Landes ist in dieser Zeit besonders deutlich sichtbar.

Im Kosovo ist die Freude über die Unabhängigkeit riesig. Zugleich wächst der Unmut über den wirtschaftlichen Beinahe-Stillstand: Lohnniveau und Beschäftigungsrate sind frustrierend. Wer kann, nutzt jede Gelegenheit, um im Ausland zu arbeiten. Wenn in den Sommerferien die Großfamilien zusammenkommen, wird eine wachsende Kluft zwischen Diaspora und Daheimgebliebenen deutlich. Die Enkel der Gastarbeiter sprechen nur noch brüchig Albanisch und wollen nicht zurückkehren. Traditionen, Bräuche, Familienstrukturen und Rollenbilder verändern sich unter dem Einfluss der Pendler.

Text und Fotos: Jens Lindworsky

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